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Labortest: Cold-Soak-Filtration, CFPP und Cloud-Point-Messung

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Die Kälteflusseigenschaften sind eine der kritischsten Qualitätsdimensionen von Biodiesel und beeinflussen direkt die Betriebssicherheit und die Kundenzufriedenheit in Klimazonen mit niedrigen Temperaturen. Drei Labortests – Cold Soak Filtration (CSF), Cold Filter Plugging Point (CFPP) und Cloud Point (CP) – geben Betreibern ein vollständiges Bild davon, wie sich ein Kraftstoff bei sinkenden Temperaturen verhält.

Warum Kälteflusseigenschaften wichtig sind

Biodiesel enthält gesättigte Fettsäuremethylester (FAMEs), insbesondere Palmitat (C16:0) und Stearat (C18:0), die bei vergleichsweise milden Temperaturen erstarren und kristallisieren. Wenn sich diese Kristalle bilden, können sie Kraftstofffilter in Fahrzeugen verstopfen, was zu Motorausfällen und kostspieligen Feldbeschwerden führt. Regulatorische Standards, darunter ASTM D6751 (Nordamerika) und EN 14214 (Europa), schreiben spezifische Grenzwerte für Kälteflusseigenschaften vor, und viele Mischungsspezifikationen verschärfen diese Grenzwerte zusätzlich. Das Bestehen aller drei Tests stellt sicher, dass das Produkt für seinen Zielmarkt geeignet ist.

Cold Soak Filtration Test

Der Cold Soak Filtration (CSF)-Test, definiert in ASTM D7501, bewertet die Neigung einer Biodieselprobe, feste Ausfällungen zu bilden, die Filter nach Kälteexposition verstopfen. Das Verfahren folgt diesen Schritten:

1. 300 mL Biodiesel in einem verschlossenen Behälter bei 4 °C (39 °F) für 16 Stunden lagern.

2. Die Probe entnehmen und für einen festgelegten Equilibrierungszeitraum auf Raumtemperatur (ca. 25 °C) erwärmen lassen.

3. Die gesamte Probe unter Vakuum durch ein 0,7 µm Glasfaserfilterpad filtrieren.

4. Die Filtrationszeit in Sekunden aufzeichnen.

ASTM D6751 schreibt eine maximale Filtrationszeit von 360 Sekunden für eine allgemeine B100-Spezifikation vor sowie 200 Sekunden für die Cold Soak Filtration (CSF) Kältewetterklasse. Verlängerte Filtrationszeiten weisen auf erhöhte Sättigungsanteile, Sterolglucosid- oder Monoglyceridgehalte hin – alles prozessqualitative Warnsignale, die eine Untersuchung vorgelagerter Prozessschritte erfordern.

Cloud Point Messung

Der Cloud Point (CP) ist die Temperatur, bei der Wachskristalle beim Abkühlen des Kraftstoffs erstmals sichtbar werden und die Probe trüb erscheinen lassen. Er wird gemäß ASTM D2500 oder ASTM D5773 mit einem automatischen Cloud-Point-Analysator gemessen. Das Testverfahren umfasst:

Der Cloud Point ist ein Frühindikator – die früheste Warnung, dass ein Kraftstoff sich seiner betrieblichen Kältegrenze nähert. Er ist in ASTM D6751 selbst kein Bestehen/Nichtbestehen-Kriterium, muss jedoch angegeben werden, und die meisten regionalen Spezifikationen legen obere Grenzwerte basierend auf der Saisonklasse fest.

Cold Filter Plugging Point

Der CFPP, gemessen gemäß EN 116 (europäischer Standard) oder ASTM D6371, simuliert die niedrigste Temperatur, bei der ein Kraftstoff noch innerhalb von 60 Sekunden unter Vakuum durch einen standardisierten Filter geleitet werden kann. Der Test kühlt die Probe in 1-°C-Schritten und versucht, bei jedem Schritt 20 mL durch ein 45-µm-Drahtgitterfilter zu saugen. Der CFPP ist die letzte Temperatur, bei der die Ansaugung erfolgreich ist.

Der CFPP ist der betrieblich relevanteste Kälteflusstest, da er sehr genau widerspiegelt, was in einem Fahrzeugkraftstoffsystem geschieht. EN 14214 legt CFPP-Grenzwerte nach Saison- und Klimaklasse fest, die von +5 °C (Sommer, gemäßigt) bis –20 °C (Arktisklasse) reichen. Betreiber sollten die Klassenspezifikation für jede Charge vor der Freigabe kennen.

Praktische Hinweise für Betreiber

Sicherheitshinweise

Kälteflusstests beinhalten gekühlte Bäder und Vakuumfiltration. Vakuumglaswaren vor dem Einsatz stets auf Risse prüfen, da Implosion eine reale Gefahr darstellt. Kryogene Kühlbäder können Trockeneis/Aceton oder Umlaufkühler verwenden – beide erfordern geeignete PSA einschließlich isolierter Handschuhe und Augenschutz. Biodieselproben in einem gut belüfteten Bereich handhaben und Zündquellen fernhalten; zu beachten ist, dass Biodiesel einen Flammpunkt über 130 °C hat, kontaminierte Proben mit Restmethanol jedoch bei deutlich niedrigeren Temperaturen entzünden können.

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