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Labortest: Bestimmung der Säurezahl und des Flammpunkts von Biodiesel

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Eine genaue Qualitätskontrolle von Biodiesel hängt von zwei kritischen Labormessungen ab: Säurezahl (AV) und Flammpunkt, die beide gemäß EN 14214 (europäische Norm) und ASTM D6751 (nordamerikanische Norm) vorgeschrieben sind, bevor eine Charge zur Auslieferung oder Einmischung freigegeben wird.

Warum Säurezahl und Flammpunkt wichtig sind

Die Säurezahl misst die Konzentration freier Fettsäuren (FFAs) und anderer saurer Verbindungen, die im fertigen Biodiesel verbleiben. Eine hohe AV beschleunigt die Korrosion von Kraftstoffsystemkomponenten, fördert Ablagerungen an Einspritzdüsen und weist auf eine unvollständige Reaktion oder unzureichende Wäsche hin. EN 14214 legt eine maximale AV von 0,50 mg KOH/g fest, während ASTM D6751 ebenfalls einen Höchstwert von 0,50 mg KOH/g vorschreibt, gemessen nach der Methode ASTM D664.

Der Flammpunkt ist die niedrigste Temperatur, bei der Biodieseldampf beim Kontakt mit einer Zündquelle kurzzeitig entzündet. Er ist in erster Linie ein Sicherheitsklassifizierungsparameter, dient jedoch auch als Indikator für Methanolverunreinigungen. Restliches Methanol senkt den Flammpunkt drastisch – reiner Biodiesel hat einen Flammpunkt über 130 °C (266 °F), während bereits 0,1 % Methanol in der Masse ihn auf unter 60 °C absenken kann. Sowohl EN 14214 als auch ASTM D6751 fordern einen Mindestflammpunkt von 130 °C (geschlossener Tiegel).

Prüfverfahren für die Säurezahl

Die Säurezahl wird durch Titration mit einer standardisierten Kaliumhydroxid-(KOH-)Lösung bestimmt, gemäß ASTM D664 oder EN 14104.

1. Ca. 2–5 g der Biodieselprobe in einen sauberen 250-mL-Erlenmeyer-Kolben einwiegen. Die genaue Masse auf vier Dezimalstellen aufzeichnen.

2. 50–100 mL eines Titrationslösungsmittels hinzufügen – in der Regel eine Mischung aus Isopropanol und Toluol (Verhältnis 1:1 v/v) – und die Probe vollständig auflösen.

3. 3–5 Tropfen des Phenolphthalein-Indikators hinzufügen (oder für dunkle oder gefärbte Proben die potentiometrische Titration verwenden).

4. Mit standardisierter 0,1 M KOH in Isopropanol bis zum Endpunkt titrieren: eine anhaltende blassrosa Färbung für mindestens 30 Sekunden (visuelle Methode) oder der Wendepunkt (potentiometrisch).

5. AV nach folgender Formel berechnen:

AV (mg KOH/g) = (V × M × 56,1) / W

wobei V das verbrauchte Volumen der KOH-Lösung (mL), M die KOH-Molarität, 56,1 die molare Masse von KOH (g/mol) und W die Probenmasse (g) ist.

Eine Blindtitration nur mit Lösungsmittel durchführen und das Blindwertvolumen vor der Berechnung von V abziehen.

Prüfverfahren für den Flammpunkt

Der Flammpunkt wird mit einem Pensky-Martens-Gerät mit geschlossenem Tiegel (PMCC) gemäß ASTM D93 oder ISO 2719 gemessen.

Wichtige praktische Hinweise für Bedienpersonal

Häufige Fehler, die vermieden werden sollten

Eine konsequente und sorgfältige Durchführung dieser beiden Prüfungen ist die wichtigste Verteidigungslinie gegen das Verlassen des Werks durch nicht spezifikationsgerechte Produkte und ist ein unverzichtbarer Bestandteil jedes Chargenfreigabeprotokolls.

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